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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ärger in Schweinfurt - Leinen gelöst - Boot treibt Richtung Wehr


Fabius
30.08.2014, 06:17
Am Samstag, den 24.8.2014, hatten wir in Schweinfurt am Kai festgemacht.
Das Boot war gesichert mit Leinen vorne, hinten und in der Mitte. Hinten und in der Mitte hatte der Festmacher Ösen, durch die die Leinen geführt wurden.
Alle Leinen wurden auf dem Boot festgemacht und waren nur vom Boot aus zu lösen. Ein Losmachen vom Ufer aus war nicht möglich.

Am Sonntag Morgen gegen 6:30 wurden wir vom Bootsnachbarn geweckt, der gehört hatte, wie unser Boot mit dem an den Davids hängenden Beiboot (Hartschale) gegen sein Boot getrieben wurde.
Als wir an Deck kamen, trieb unser Boot schräg etwa 15 m vom Ufer weg in Richtung Wehr.

Alle 3 Leinen waren gelöst worden und lagen lose auf dem Boot.
Auch beim Nachbarboot waren Leinen gelöst, aber durch das Aufwachen des Skippers wurde/n der/die Täter gestört und das Boot hing noch am Kai.

Wir haben Anzeige bei der Polizei erstattet.

Wer hat Ähnliches erlebt?
Wie kann man sich dagegen sichern?

Mit dem Ankeralarm, den Garmin bietet, haben wir schlechte Erfahrungen. Es gibt - auch bei einer Einstellung von 5 m - in der Nacht immer wieder Fehlalarme.
Zur Zeit sichern wir unser Boot zusätzlich mit einer Kette mit Schloss.

Vilusa
30.08.2014, 07:57
Moing Fabius,
Also das ist eine absolute Sauerei!:mad:

Ich hätte auch den Ankerarlam aktiviert, aber wenn du Fehlalarme hast, würde ich auf ein anderes System umsteigen.
Wir hatten in Meck-Pomm gechartet und da haben wir immer den Ankeralarm aktiviert und hatten keine bösen Buben und auch keinen Fehlalarm.

Aber das mit der Kette ist auch eine gute Lösung.

Soulfly
30.08.2014, 09:29
Zum Glück sind sowas nur Ausnahmen. Kette oder Drahtseil (daumen)

schimi
30.08.2014, 12:35
Wer hat Ähnliches erlebt?


Zur Zeit sichern wir unser Boot zusätzlich mit einer Kette mit Schloss.

Uns hat mal im Stadthafen von Lemmer in NL nachts jemand losgeworfen.
Jetzt machen wir es so, das wenn wir an einer frei zugänglichen Stelle liegen, das Schiff mit einer Kette gesichert wird.

Ich habe letztens gelesen, das man eine Leine von einem Binnenschiff durchgeschnitten hat.:banghead:

naabtalskip
30.08.2014, 18:30
Das passiert in Schweinfurt öfter und nicht nur in Schweinfurt. In Miltenberg hat man sogar mal ein Fahrgastschiff losgemacht.

Als wir 2000 zum ersten Mal den Main hochgekommen sind, haben wir auch an der Mauer in Schweinfurt gelegen. Als wir dies auf der Weiterfahrt im Bootshafen Forchheim Unterwasser Wehrarm erzählt haben, wurde uns folgendes berichtet:

In den 90ern wurde in Schweinfurt eine Motoryacht von der Mauer losgemacht und trieb Richtung Wehr. Es war ein älteres Ehepaar an Bord. Der Mann sprang in Panik über Bord und ertrank, die Frau blieb im Boot. Das Boot trieb gegen den Rechen des Kraftwerkseinlaufes. Es dauerte Stunden bis die Schütze geschlossen werden konnten, da der Kraftwerksbesitzer wegen des Wochenendes nicht aufzufinden war.

Seitdem legen wir grundsätzlich den Anker (16 kg) mit 5x Wassertiefe 8 mm Kette auf den Grund. Da die Ankerklüse unter dem Bug liegt, kommt man von aussen auch nicht heran.
Wir machen dies an allen Übernachtungsplätzen, die frei zugänglich sind z.B. Sportbootwarteplätze Straubing u. Geisling, Gemeindesteg Dietfurt, auch an Schleusenmauern, wenn wir mal dort über Nacht bleiben wegen der vorbeiführenden Radwege.

walterm
30.08.2014, 19:00
Das mit dem Anker würde ich auch - neben der Stahlkette mit Schloss - so machen wollen.
Aber geht das auch noch, wenn es alle machen? Oder gibt es dann heilloses Kettengewirr?
Uns ist das übrigens kürzlich in Frankreich passiert. Dabei waren wir an Bord. Haben es allerdings gleich gemerkt. Nur die Täter waren noch schneller verschwunden.

schimi
30.08.2014, 20:53
Aber geht das auch noch, wenn es alle machen? Oder gibt es dann heilloses Kettengewirr?


Ich versteh das so, das naabtalskip den Anker nur runter läßt, also nicht richtig ausbringt.

Wolf b.
30.08.2014, 21:16
Ich versteh das auch so, da liegt ein Häuflein Kette unter dem Bug, sonst nirgends.
Blöd wirds allerdings wenn du mal vergißt den hochzuholen. lol27lol27

naabtalskip
30.08.2014, 21:18
Wir legen den Anker nur runter und fahren ihn nicht in den Grund. Allein der Radau, den die Kette beim Abtreiben des Schiffes an der Durchführung durch die Klüse und das Führungsrohr des Stahlrumpfes macht, reisst einen schon aus dem tiefen Schlaf. Und letztendlich wird er das Schiff halten auch wenn er sich nicht ideal eingräbt.

Wenn wir ganz bewußt ankern, zum Kaffetrinken auf der Donau oder über Nacht, dann lassen wir das Schiff langsam zurücktreiben und fieren die Ankerkette langsam, so dass die Kette nicht unklar kommen kann. In der Donauströmung sorgt schon das Gewicht der durchhängenden Kette für einen Bremseffekt, so dass es beim Steifkommen sich der Anker gut eingräbt. Wir hatten noch nie Probleme und ankern so fast jede Woche für einige Stunden. Es ist völlig falsch, wie man es manchmal sieht, den Anker mit Leine oder Kette einfach über Bord zu werfen.

Als Ankerwache bei Nacht hat sich auch gut ein halb voller Eimer Wasser im Cockpit bewährt, den man etwas kippelig auf die Bank stellt und mit einer Leine mit einem kleinen Draggenanker auf Grund verbindet. Die Leine sollte aber viel Lose haben, damit es die Konstruktion nicht schon bei Wellenschlag oder beim Schwojen des Ankers umhaut. Wach wird man auf jeden Fall.

schimi
30.08.2014, 23:13
Als Ankerwache bei Nacht hat sich auch gut ein halb voller Eimer Wasser im Cockpit bewährt, den man etwas kippelig auf die Bank stellt und mit einer Leine mit einem kleinen Draggenanker auf Grund verbindet. Die Leine sollte aber viel Lose haben, damit es die Konstruktion nicht schon bei Wellenschlag oder beim Schwojen des Ankers umhaut. Wach wird man auf jeden Fall.


Ja, das ist ja mal ein geiler Trick! DANKE!

Peter1707
30.08.2014, 23:22
Da fehlen mir die Worte ..... es gibt hierzulande immer mehr Kranke .. MotzMotzMotz

schomuc
31.08.2014, 10:46
Ja, das ist ja mal ein geiler Trick! DANKE!

Zunächst sind das kriminelle Deppen. Mechanische Sicherung an Leiter/Ring (Kette/Schloß) verhindert zumindest das Abdriften.

Spontan kommt mir ein Gedanke, klingt ggf. schräg, sollte aber klappen.

Ein klassisches Knallbonbon (oder gleich mehrere) mit Klarlack (w/Feuchtigkeit) einsprühen. Am Boot befestigen sowie unzugänglich an der Kaimauer. Auf Zug gehen die Dinger hoch.

Jedenfalls wird man wach (oder die Nachbarn).

lg

Schorsch

Ger B
01.09.2014, 22:14
Das ist nicht nur in Deutschland .
In Frankreich ,Belgien ,und Holland laufen auch von die Idioten rum .
Ich lasse immer das anker (30 KG) runter ,wenn die kette anspant werde ich schon wach (hoffe ich Confus).

berater
03.09.2014, 13:09
Knallbonbons? Wo kriegt man die? Wie funktionieren die?

Fabius
03.09.2014, 21:33
Die Vorschläge mit dem Anker klingen zwar gut, aber an dieser Stelle an der Kaimauer in Schweinfurt ist das Ankern verboten.

schomuc
03.09.2014, 21:57
Knallbonbons? Wo kriegt man die? Wie funktionieren die?
Hi
zunächst was Pyrotechnisches.

Produkte dieser Art sind nach BAM meines Wissens nicht gebunden an die Verkaufsfrist "zwischen den Jahren bis 31.12."

Es handelt sich um Zimmerfeuerwerk, als ungefährlich und Jugendfrei.

So richtig Krach (wie ein Böller) machen sie nicht, aber man hört, am Wasser ist es still.

Handelsüblich: habe mal gesucht, gäbe es hier (keine Werbung)
Knallbonbon 9 Stk.: Amazon.de: Küche & Haushalt

Ummerer 10 € auch bei anderen Anbietern, einfach mal ausprobieren, nicht in Reihe, sondern als Bündel montieren (an Feuchtigkeit denken, daher Klarlack).

Reagieren auf Zug, frag mich aber bitte nicht ob "Ruck" oder "langsamer Zug"

Was aber sicherer ist: ich habe immer ein Stahlseil an Bord (trotz Bootslänge 2,9 m)

4 m, 2 Schlösser, Kette geht auch. Bugseits an Stahlleiter, das hält jede Strömung aus, und das Schiff liegt nicht quer.

Damit binde ich in engen Situationen sogar mein Schlauchi fest: durch den Heckspiegel, durch/um den Motor, Steg/Leiter/Poller: fertig. Das reicht m.E. sogar für Versicherungen ...

lg

Schorsch

schomuc
03.09.2014, 22:08
Die Vorschläge mit dem Anker klingen zwar gut, aber an dieser Stelle an der Kaimauer in Schweinfurt ist das Ankern verboten.

Si Si

also: mechanische Sicherung, egal wie, am Kai/Leiter/Poller. Läuft auf Schadensbegrenzung raus. Es gibt zwar keine Vorschriften, dass jemand an Bord sein muß. Nur, so ein Schiff kostet nicht mal schlappe 3,39 €.

Landgang aller verboten (!) ist Spaßbremse.

Dann kauf ich halt Stahl. So teuer ist das im Verhältnis zum Schiffswert nicht.

LG

Schorsch

PS: diesen Aufwand betreibe ich jeden Abend, wenn ich von Bord gehe, auch in "vertrauenswürdigen" Häfen. Mein Schlauch-Bötli kostete mal 2.000 €.

schomuc
03.09.2014, 22:27
Si Si
mechanische Sicherung, egal wie,

Übrigens Ende meiner Tour Main in Miltenberg.

Boot komplett zerlegt
Hafenmeister (der liebe, Danke):packs in die Gitterbox da hinten.
Hafenmeister: "Paß auf Deinen Motor auf!"
Ich: "Danke", Stahlseil um einen Betonpfosten, durch Motor, fertig.

Hemmschwelle anheben ist wohl der beste Weg

lg

Schorsch

Steephan
29.03.2017, 10:01
Krass, was ich hier so lese - auch wenn es ein alter Beitrag ist.

Wie krank muß man sein, wenn man unter Vorsatz ein Schiff los macht???

Ich werde ab jetzt immer unseren Ankeralarm anwerfen, wenn wir irgendwo übernachten!!!!

naabtalskip
29.03.2017, 18:28
Dazu habe ich mich 2014 schon geäussert, siehe oben!

Das ist in Schweinfurt fast üblich. Bereits vor etwa 25 Jahren gab es einen Toten. Schiff losgemacht und treibt Richtung Wehr. Der Skipper springt über Bord und treibt über's Wehr. Hat er nicht überlebt. Die Frau blieb an Bord, treibt mit dem Boot gegen den Rechen am Wassereinlauf des Kraftwerkes. Es dauert Stunden, bis der Kraftwerksbetreiber (Wochenende) gefunden wurde und den Wasserzulauf abstellen konnte.

Wir haben mehrfach an der Schweinfurter Mauer übernachtet, zuletzt am 12.08.2016, legen aber immer den Anker mit 10m Kette auf den Grund. Die Hafenmeisterin hat uns auf die neu angebrachten Ösen an den Pollern hingewiesen, die man angebracht hat, damit die Leinen nicht so leicht losgeworfen werden können. Seitdem sei nichts mehr passiert. Früher immer wieder.

Die Liegeplätze werden inzwischen von der Stadtverwaltunf verwaltet, früher von der benachbarten Kneipe 100 m flußaufwärts.

Bei Ankeralarm 5m ist der Fehlalarm vorprogrammiert, weil 5m im Streubereich des GPS-Verfahrens liegen. Wir gehen auf 30 m und hatten noch keinen Fehlalarm.




Am Samstag, den 24.8.2014, hatten wir in Schweinfurt am Kai festgemacht.
Das Boot war gesichert mit Leinen vorne, hinten und in der Mitte. Hinten und in der Mitte hatte der Festmacher Ösen, durch die die Leinen geführt wurden.
Alle Leinen wurden auf dem Boot festgemacht und waren nur vom Boot aus zu lösen. Ein Losmachen vom Ufer aus war nicht möglich.

Am Sonntag Morgen gegen 6:30 wurden wir vom Bootsnachbarn geweckt, der gehört hatte, wie unser Boot mit dem an den Davids hängenden Beiboot (Hartschale) gegen sein Boot getrieben wurde.
Als wir an Deck kamen, trieb unser Boot schräg etwa 15 m vom Ufer weg in Richtung Wehr.

Alle 3 Leinen waren gelöst worden und lagen lose auf dem Boot.
Auch beim Nachbarboot waren Leinen gelöst, aber durch das Aufwachen des Skippers wurde/n der/die Täter gestört und das Boot hing noch am Kai.

Wir haben Anzeige bei der Polizei erstattet.

Wer hat Ähnliches erlebt?
Wie kann man sich dagegen sichern?

Mit dem Ankeralarm, den Garmin bietet, haben wir schlechte Erfahrungen. Es gibt - auch bei einer Einstellung von 5 m - in der Nacht immer wieder Fehlalarme.
Zur Zeit sichern wir unser Boot zusätzlich mit einer Kette mit Schloss.

naabtalskip
29.03.2017, 18:35
Richtig!


Si Si

also: mechanische Sicherung, egal wie, am Kai/Leiter/Poller. Läuft auf Schadensbegrenzung raus. Es gibt zwar keine Vorschriften, dass jemand an Bord sein muß. Nur, so ein Schiff kostet nicht mal schlappe 3,39 €.

Landgang aller verboten (!) ist Spaßbremse.

Dann kauf ich halt Stahl. So teuer ist das im Verhältnis zum Schiffswert nicht.

LG

Schorsch

PS: diesen Aufwand betreibe ich jeden Abend, wenn ich von Bord gehe, auch in "vertrauenswürdigen" Häfen. Mein Schlauch-Bötli kostete mal 2.000 €.

Der Stromer
29.03.2017, 20:30
Confus Vielleicht eine Idee:

Um den Poller - oder die Öse - an Land einen mit einem Gummischlauch isolierten Festmacher-Draht ziehen. An Bord ebenso verfahren und den Draht dann mit einem Weidezaun-Gerät verbinden. Da lässt jeder das Losmachen......(tja)